Impressum
Autoren
Orte
Beiträge
Stichworte
Von wegen Hinterwald!
Reisen und Essen
HNU
Wenn man in den Hinterwald reist und Hinterwalder Eierschecke zu sich nimmt, hat dies natürlich auf einer güldenen Pappe zu geschehen, vor dieser güldenen Kulisse.
Wobei, wie man ehrlich und etwas despektierlich bekannt geben muss, die Eierschecke ihrem Nimbus nicht so ganz gerecht wird.

Güldene Eierschecke auf güldener Pappe
Da kriegt man beim Faschingsbäcker in Pägau oder sowieso zu Hause doch noch schmackhaftere Exemplare zu essen, wenn auch nicht auf güldenen Pappen vor historisch nachgestellten Fassaden.

Dann reist man weiter und findet sich plötzlich in einer Art Geschenkeladen wieder, wo unerhörter Nippes die Regale füllt, und man langweilt sich beinahe zu Tode. Ein Mieter des Hauses (etwa 60 Jahre alt, weißer Zopf) steigt durch eine Hintertür in den Laden hinein und berichtet irgendwas. Es wird dadurch noch viel langweiliger, man aufersteht jetzt sogar und wandelt durch die rückseitigen Gemächer, wo eine Anwaltskanzlei untergebracht ist. Aber hallo. Da wartet man eben gleich auf seinen Termin, man versteht nicht, worum es eigentlich geht (wie immer) und tritt die Flucht an durch ein Portal, das in ein riesiges Restaurant führt. Man wunderte sich schon, dass in der Kanzlei alle tranken! Das Restaurant ist ein russisches, selbst die Tische, wo niemand sitzt, sind gastfreundlich gedeckt mit warmen Speisen. Bunte Losungen hängen von den Decken, alles ist sehr feierlich, eine wahre Halle des Volkes, und gut gefüllt. Doch ehe man sich niedersetzt zu den ausgebreiteten Großfamilien, fährt einem ein Kleinwagen über die Füße, gefüllt mit sowjetischen Offizieren. Mindestens Generale! Man zeigt auf den dicksten mit dem Finger, macht "Peng", und da holt der die Pistole raus und erschießt einen tatsächlich mehrmals und ohne Umschweife. Das Schwein! Weh tuts nicht, obwohl man sich Mühe gibt, man weiß nicht so recht, ob man jetzt sterben soll. Alle rund herum müssen brechen, man will auch mitmachen, aber es geht nicht, man hat ja noch nichts gegessen.

So ist das mit dem Essen und dem Reisen.

Nach oben
GAZETA LIPSIGORODA 13.03.2007