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Geerdet & kurzgeschlossen
Aus der Welt der Vollidioten
HNU
Neulich sollte ich die Fahrmaschine säubern. Dazu musste ich mich in die Welt der Vollidioten begeben.
Die Waschhalle mit Kettenförderer wurde von netten Menschen betrieben, die die Vollidioten bedienen mussten.

Der Dreck muss weg.
Ich beneidete sie nicht.
Draußen beim Staubsaugen hatten die Vollidioten das Kommando.
Ich klopfte gerade an den dafür vorgesehenen Ausklopfern die kleinen Teppiche aus, als ein Vollidiot mich aufgebracht anbrüllte, warum er wohl seinen Wagen gewaschen habe. Keine Ahnung. Ich sah nicht einmal einen Wagen, nur ein überdimensioniert plumpes, traktorähnliches Eisenschwein mit einem dreizackigen Stern drauf. "Spinner!" brüllte der Vollidiot. Ich sagte, dass ich das nicht gehört haben will, und er: "Doch! Spinner!"
Mit einem Wutschnauben verschwand der Vollidiot kopfüber bis zum Arsch in seiner Schwanzverlängerung, dass man die Ritze sehen konnte.
Ich stellte mir vor, wie mein gefährlicher Staub (Staub des Todes) am Ausklopfer aus dem Teppich geprügelt wird, sich drei Meter gegen den Wind zum Eisenschwein kämpft, sich an dessen makellosen, gesäuberten Lack krallt, sich hinein- und hindurchfrisst und möglicherweise zum Vollidioten selbst durchdringt.
"Selber", sagte ich.
Eine Straßenbahn fuhr vorbei und zog eine riesige Fahne Dreck, der sich in den Schienen gesammelt hatte, hinter sich her. Der Vollidiot hatte einen ganz schweren Abend vor sich. Regen war auch noch angesagt.

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GAZETA LIPSIGORODA 20.04.2012