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Aus der Gechichte
Am Pfefferkuchenhaus
JK2007
beliebte Pilgerstätte von einst nun Schandfleck der Gemeinde
Immer wieder treffen sich Pilgerer, um sich hier, wie damals Hänsel und Gretel, an den nunmehr durch Wind und Wetter äußerst widerstandsfähig gewordenen Pfefferkuchen am Haus die Mäuler aufzureißen und die Zähne auszubeißen. Vom geschmacksverstärkenden Überzug aus Ferrum Oxydum in Trance versetzt gelingt es einigen Besuchern wahrhaftig, ein kleines Randstück oder etwas Überzug abzuknabbern, um sich wie im Märchenwald von damals zu fühlen. Dies verleiht dem Denkmal am Wallfahrtsort jedoch vor allem im unteren, leicht zugänglichen Bereich sowie in der Dachzone ein unschönes, hellfleckiges Aussehen. So ist die Pilgerstätte von einst mehr und mehr zum Schandfleck verkommen. Die zuständige Gemeinde beobachtet dies mit Sorge, ist aber machtlos, da Mundraub nicht mehr unter Strafe steht. Die letzte diensthabende Hexe, die hier äußerst effektiv für Ordnung am Hause gesorgt hatte, ist kurz nach der Wende in den Ruhestand gegangen. Sie hätte zwar noch einige Jahre gemacht, hört man die Einheimischen berichten, hat dann aber die Brocken hingeworfen, als gewisse humandemokratische Randgruppen ihren Backofen auf Erdöl umstellen wollten.

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GAZETA LIPSIGORODA 28.06.2008